Gemeinschaft, Glaube, Begegnung: Unsere ökumenische Taizé-Fahrt 2026

Auf der diesjährigen Taizé-Fahrt erlebten die Teilnehmenden viel Spiritualität, Gemeinschaft mit jungen Menschen aus ganz Europa, Austausch über biblische, gesellschaftliche und persönliche Themen sowie Spaß, Freude und Tanz – den Spirit von Taizé eben.

Wir waren 17 Teilnehmende und zwei Betreuende. Regula Zell, die seit vielen Jahren die Taizé-Fahrt ehrenamtlich plant, organisiert und leitet, aus der katholischen Kirchengemeinde St. Martin und Jan Simonms, Diakon aus der evangelischen Sophiengemeinde.

Der „Regenbogen‑Bus“, ein Pendelbus zwischen Deutschland und Taizé, holte uns in aller Frühe am Bahnhof Euskirchen ab und brachte uns pünktlich zum Abendessen nach Taizé. Vor dem Essen mussten wir jedoch erst das Gepäck einsammeln und durften unsere Zelte aufbauen – im Hellen. Das gab es auch noch nicht oft.

Nachdem alle Zelte standen, erlebten wir den Geist von Taizé während des Abendgebets in der großen Kirche und durften anschließend endlich Abendessen. Nie schmecken Nudeln mit Tomatensauce so gut wie nach über elf Stunden Busfahrt in Taizé!

Einige der ganz Harten in unserer Gruppe besuchten nach dem Abendessen noch das Oyak – den Treffpunkt, wo es Crêpes, Pizza und Erfrischendes gibt –, die anderen fielen erschöpft auf ihre Luftmatratzen.

Am Sonntagmorgen begann dann das eigentliche Ankommen. Vor dem Frühstück kamen wir als Gruppe zusammen, um uns noch einmal kennenzulernen. Nach dem Frühstück erkundeten einige das Gelände, während die anderen ihre Zelte fertig aufbauten und einrichteten. Dann ging es in den Gottesdienst. Frisch ausgeschlafen erlebten wir dort die Gemeinschaft, die Taizé so besonders macht. Bis zum „Welcome-Meeting“ am Nachmittag wartete dann nur noch das Mittagessen.

Beim „Welcome-Meeting“ erfuhren wir allerlei hilfreiches Wissen: Wo was ist, wie der Tagesablauf aussieht und wer wann wo zu sein hat. Im Anschluss machten sich die über 18-jährigen Teilnehmenden auf Jobsuche.

Ja, in Taizé haben alle, die in der Woche zu Besuch sind, einen Job. Die Gemeinschaft lebt davon, dass alle mit anpacken. Während die 15–17-Jährigen als Gruppe bei der Essensausgabe oder der Reinigung der Toiletten und Bäder eingesetzt werden, arbeiten die über 18-Jährigen in der Küche, im Chor, bei der Betreuung von Kleinkindern, als Nightguards oder an anderen Stellen. So bringen sich alle in die Gemeinschaft ein und unterstützen einander.

Der Sonntag endete nach dem Abendgebet. Im Laufe des Tages waren weitere Gruppen angekommen, und so wurden alte Bekanntschaften im Oyak begrüßt und neue geschlossen. So ist das in Taizé – dort bleibt niemand allein.

Am Montag begann dann (endlich) der normale Taizé-Alltag. Um 8 Uhr startete das Morgengebet in der Kirche. Noch leicht schlaftrunken schliefen manche während der zehnminütigen Stille kurz ein. Nach dem Frühstück begannen die „Bible-introductions“ und die „sharing-groups“ wurden gegründet – Kleingruppen, in denen sich die Teilnehmenden über die Bibeltexte des Tages austauschten und in Aktionen das eigene Leben und den Glauben reflektierten.

In den „sharing-groups“ lernten sich Menschen aus unterschiedlichen Gruppen, Städten und Ländern kennen. Es wird miteinander gespielt – Spiele, die alle kennen, oder regionale Spiele, deren Regeln schnell erlernt sind. Es wird über kulturelle Besonderheiten gesprochen, über Bibeltexte und ihre Botschaften, über den eigenen Glauben und persönliche Erfahrungen. In diesen Gruppen – und überhaupt in Taizé – entstehen nicht nur flüchtige Bekanntschaften, sondern tiefe Beziehungen.

Viele „sharing-groups“ gehen am Ende der Woche auseinander, manche bleiben jedoch auch über Taizé hinaus in Kontakt.

Die weitere Woche war geprägt vom „Taizé-Alltag“:

8 Uhr: Morgengebet
9 Uhr: Frühstück
10 Uhr: Bible-introduction
11 Uhr: Sharing-groups
12.20 Uhr: Mittagsgebet
13 Uhr: Mittagessen
13.30–15 Uhr: Freizeit
15.15 Uhr: Aktionen in den sharing-groups
17 Uhr: Tee
17.30 Uhr: Workshops
19 Uhr: Abendessen
20.20 Uhr: Abendgebet
Danach: Weiter singen in der Kirche oder den Abend im Oyak ausklingen lassen.

Zwischendrin wurde die freie Zeit genutzt, um zu lesen, mit neuen Bekannten unterwegs zu sein, Taizé-Twister zu spielen, zu singen oder Stille zu suchen und ins Gebet zu gehen.

Die Workshops am Nachmittag brachten ebenfalls viel Abwechslung. Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt berichteten über ihren Glauben und das christliche Leben in ihren Heimatländern. Es gab Vorträge über Friedensarbeit zwischen kulturellen Gruppen, Ländern und Regionen weltweit. Außerdem wurden Dokumentationen über Taizé gezeigt – und wir gerieten als Gruppe sogar in die Dreharbeiten einer neuen Dokumentation.

Am Mittwochnachmittag lud uns Bruder Andreas, einer der deutschen Brüder der Communauté, ein, um sich unseren Fragen zu stellen. Er berichtete über das Leben der Brüder, über den Weg und die Entscheidung, in die Gemeinschaft einzutreten, sowie über die Arbeit der Brüder in Südamerika, Afrika und Asien und das Engagement der Gemeinschaft in der Ukraine.

Die Brüder wenden sich allen Menschen zu. Aus dem Auftrag der Nächstenliebe heraus setzen sie sich für die Armen, Kranken und Verfolgten dieser Welt ein. Sie machen keinen Unterschied dabei, wer zu ihnen kommt und Hilfe benötigt.

So viel haben wir in dieser Woche erlebt. Wir haben alte Freunde wiedergetroffen und neue gefunden, haben gesungen, gebetet und in Stille nachgedacht, haben uns unterhalten, diskutiert, voneinander gelernt und miteinander geteilt, haben gespielt und gelacht.

Als am Sonntag die Rückfahrt anstand, waren alle beseelt und glücklich. Manch einer wäre gerne noch geblieben, andere freuten sich auf zu Hause.

Aber alle waren sich einig: Nächstes Jahr kommen wir wieder!

Wer den Spirit von Taizé im kleinen vor Ort erleben möchte, ist herzlich zu unserem ökumenischen Taizé-Gebet am Freitag, 18. September 2026, um 18.30 Uhr in den Raum der Stille in der Hoffnungskirche Euskirchen (Kölner Str. 41, 53879 Euskirchen) eingeladen. Weitere Termine sind HIER zu finden.