Am Samstag, 10. Oktober um 11 Uhr ist es soweit. Ein weiterer Abschnitt auf dem Euskirchener Friedhof wird an zehn Stationen und Grabstätten mit scanbaren QR-Codes versehen. Dieser dritte Abschnitt steht unter dem Titel „STARKE FRAUEN – engagiert für Menschen in Euskirchen.“
Bereits in den letzten beiden Jahren konnten zwei Abschnitte des „Lebendigen Friedhofs“ zugänglich gemacht werden. 16 Grabstätten der Euskirchener Tuchmacherfamilien und neun Stationen der Ehrengräber „80 Jahre nach Kriegsende“ wurden mit QR-Codes ausgestattet und den Besuchern des Friedhofs an der Frauenberger Straße zur Verfügung gestellt.
„Wir sind froh, dass das Wissen um die Stadtgeschichte Euskirchens nun erweitert werden kann und Frauen hierbei eine besondere, eine starke Rolle spielen,“ erklärt Diakon Jens Schramm von der evangelischen Sophiengemeinde, „denn gerade sie sind es, die sich in vielfältiger Weise für Menschen in Euskirchen in ganz unterschiedlicher Art und Weise eingesetzt, engagiert und somit ausgezeichnet haben.“
Für die nötigen Informationen wurde im Stadtarchiv geforscht, das Friedhofsamt befragt oder andere Quellen aufgetan. „So ist auch eine kleine Begleitausstellung mit zusätzlichen Materialien, Bildern und Texten in der alten Trauerhalle auf dem Friedhof entstanden,“ ergänzt Diakon Werner Jacobs von der katholischen Gemeinde, „diese ist zu den Öffnungszeiten des Café Paradies am 1. und 3. Sonntag im Monat von 14 – 16:30 Uhr zugänglich.“ Beide Diakone haben das ökumenische Projekt „Lebendiger Friedhof“ mit einem kleinen Team vor rund vier Jahren gegründet.
Mit den QR-Codes werden die Grabstätten zu „sprechenden Steinen“, die Interessierte einladen, mit dem Smartphone kurze Informationen mittels gesprochener Texte zu hören.

Der Rundgang führt u.a. vorbei an den Gräbern von Agnes Deutschbein, die als Hebamme über 13.000 Baby zur Welt brachte und das Bundesverdienstkreuz erhielt, der Opernsängerin Maria Dahmen, der Wegbegründerin der Volkshochschule, Dr. Godiva Kroner, die sich selbstbewusst für die Erwachsenenbildung einsetzte oder Julie Disse, Frau des Bürgermeisters, die sich besonders in sozialen Projekten engagierte.

An der Eröffnung am 10. Oktober um 11 Uhr nehmen Vertreter aus Politik und Kirche sowie Bürgermeister Sacha Reichelt teil. Gegen 11:30 Uhr wird Kurt Lingscheidt eine kostenlose öffentliche Führung zu den 10 Stationen über den Friedhof anbieten.
Weitere Informationen auf der eigenen Homepage: www.lebendigerfriedhof.eu/start



